Wissenswertes

Inhaltsverzeichnis

I.   Erläuterungen zu den einzelnen Belastungen

     1.  Elektrische Wechselfelder (Niederfrequenz)

          Kapazitive Körperankoppelung

     2.  Magnetische Wechselfelder (Niederfrequenz)

     3.  Elektromagnetische Wellen (Hochfrequenz)

     4.  Elektrische Gleichfelder (Elektrostatik)

     5.  Magnetische Gleichfelder (Magnetostatik)

     6.  Geologische Störungen

     7.  Radon

     8.  Radioaktivität

II.  Grenzwerte

    1.  Allgemeines

    2.  Warum Grenzwerte keine Vorsorgewerte sind - Betrachtungen am Beispiel Mobilfunk

 

 i.  Erläuterungen zu den einzelnen Belastungen

1.  Elektrische Wechselfelder (Niederfrequenz)

Elektrische Wechselfelder entstehen als Folge elektrischer Wechselspannung in Leitungen, Installationen, verkabelten Wänden, Geräten, Steck- und Verteilerdosen u.a.m. mit Netzanschluss, auch wenn kein Strom fliesst, d. h. auch dann, wenn kein Stromverbraucher eingeschaltet ist. Unter Spannung stehende Leitungen mit ihren verbundenen Einrichtungen und Geräten emittieren ständig elektrische Wechselfelder. Die Feldstärke der elektrischen Wechselfelder wird in V/m (Volt pro Meter) gemessen.

Wände, Decken, Böden, ganze Räume und Häuser können unter Spannung stehen. Über Baustoffe wie Holz und Gips verbreiten sich elektrische Wechselfelder weiträumig. Gleiches gilt für Bauten mit hohen Metallanteilen (tragende Elemente, Fassaden). Metallene Leitungen, Rohre, Dampfsperren u.a.m. koppeln an elektrische Leitungen an und stehen damit selbst unter Spannung. Auch sog. Ausgleichsströme und vagabundierende Ströme verseuchen Häuser u. a. mit elektrischen Wechselfeldern. Dies ist besonders beim sog. TN-C-Netz, bei dem keine Auftrennung in Erdung und Rückleiter innerhalb der Hausinstallation erfolgt, der Fall. Bricht ein Neutralleiter in der Gebäudeinstallation, kann der gesamte Betriebsstrom des Anlageteils über Parallelstrompfade, z. B. informationstechnische Anlagen, fliessen.

Auch elektrische Verbraucher, wie z. B. metallene Lampen, stellen oft Quellen erheblicher elektrischer Wechselfelder dar. Zweipolstecker können richtig (Hin- auf Hinleiter) oder falsch (Hin- auf Rückleiter) eingesteckt werden. Ein falsch eingesteckter Verbraucher kann viel höhere elektrische Felder erzeugen, als wenn er richtig am Netz angeschlossen ist. So erzeugte z. B. eine metallene Nachttischlampe bei falscher Polung ein Feld von 560 V/m, bei richtiger 18 V/m. Eine Erdung der Lampen mit einem dreipoligen Stecker und Abschirmkabel bringen erhebliche Feldreduktionen.

Jedes Feld wirkt nicht nur durch seine Feldstärke, sondern auch durch seine Frequenz auf den Organismus. So kann ein stärkeres Feld mit einer biologisch zuträglicheren Frequenz weniger kritisch wirken als ein relativ schwächeres mit einer biologisch abträglicheren Frequenz.

Elektrische Wechselfelder wurden lange Zeit nicht genügend beachtet. Sie sind aber nicht harmloser als magnetische. Elektrische Wechselfelder bewirken, soweit man bisher weiss, in Körpern künstliche Wirbelströme, Stromflüsse, Ladungsumkehrungen, Zell- und Nervenreize; es besteht Krebsverdacht.

Gemäss dem Buch 'Stress durch Strom und Strahlung' von Wolfgang Maes, Baubiologe, wurden durch niederfrequente Wechselspannung verursachte Leiden nach Elektrosmogsanierungen oft behoben. Genannt werden Immunschwäche, Schmerzen, Schlafstörungen, Verspannungen, Unwohlsein, Depression, Angst, Blutwertveränderungen, Abgeschlagenheit, vegetative Dystonie, Bettnässen, Allergien, Therapieresistenz, Ohrengeräusche, Herzanfälle, koronare Herzkrankheit mit Vorhofflimmern, erhöhter Blutdruck, Muskelkrämpfe, Durchblutungsstörungen u.a.m. Sogar ein Brusttumor habe sich nach einer Elektrosmogsanierung verkleinert, nachdem der Tumor 16 Jahre langsam gewachsen war.

In  elektrisch stark belasteten Räumen ist zudem die Luftionisation verändert. Einige Wissenschafter schreiben elektrischen Feldern die Fähigkeit zu, radioaktive Radonfolgeprodukte ungünstig anzuziehen.  


Kapazitive Körperankoppelung

Der Körper koppelt sich an vorhandene elektrische Wechselfelder an. Er lädt sich sog. kapazitiv auf. Er nimmt die elektrischen Felder seiner Umgebung wie eine Antenne auf und steht unter Spannung, speziell wenn er von der Erde isoliert ist, z. B. im Bett. (Sich aber deshalb nicht etwa während des Schlafes erden. Dies wäre äusserst kontraproduktiv.)

Gemessen wird die Körperspannung des Menschen, liegend auf der Schlafstelle, in mV (Millivolt). Es kann vorkommen, dass Menschen im Bett liegend Hunderte von mV  oder sogar mehrere V (Volt) Körperspannung haben. Normal, weil natürlich, ist null.

Bei dieser Messung wird das Potenzial des Körpers gegen Erde ermittelt. Dieses Potenzial ist von der relativen Lage des Körpers zur Feldquelle bzw. zur Feldsenke abhängig. Aus diesem Grund gibt es prinzipbedingt keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen Körperspannung und elektrischer Feldstärke. Die Körperspannungsmessung dient in Ergänzung zur punktuellen Feldstärkenmessung dazu, einen orientierenden Überblick über die Gesamteinwirkung aller vorhandenen Wechselfelder auf die Testpeson zu erhalten.

Wichtig ist, dass sich Mensch und Tier mindestens im Schlafbereich besser auch im übrigen Wohnbereich möglichst elektrosmogunbelastet ausruhen und regenerieren können. Ein gestörter Schlafplatz kann Krankheiten fördern und Heilung verhindern. Deshalb soll der Schlafbereich möglichst frei von elektrischen (und magnetischen) Wechselfeldern sein und die diesbezügliche Körperspannung (das Potenzial des Körpers gegen Erde) entsprechend gegen Null tendieren.

Weitere Informationen betreffend die Problematik von elektrischen- und magnetischen Wechselfeldern finden Sie unter 'Schädliche Wirkungen niederfrequenter elektrischer und magnetischer Wechselfelder'.  


2.  Magnetische Wechselfelder (Niederfrequenz)

Magnetische Wechselfelder entstehen als Folge von fliessendem elektrischem Wechselstrom in Leitungen, Installationen, Geräten, Transformatoren, Motoren, Maschinen, Spulen, Drosseln, Leuchten u.a.m., also dann, wenn Verbraucher eingeschaltet sind.

Die Masseinheit der Flussdichte der magnetischen Wechselfelder ist T (Tesla). Die Baubiologie bevorzugt die Masseinheit nT (Nanotesla). 1 nT = 1 x 10–9 T. Die magnetische Flussdichte wird auch Induktion genannt.

Die magnetische Flussdichte ist abhängig von der Höhe der Stromstärke, dem Abstand zum Feldverursacher, der Anordnung der stromführenden Hin- und Rückleiter zueinander, der Art, dem Aufbau und der Qualität von Installationen, Kabeln und Geräten, den Ausgleichströmen auf sanitären Rohren oder Schutzleitern, der Qualität von Kompensations- und Abschirmmassnahmen u.a.m.

Die Belastung mit magnetischen und elektrischen Wechselfeldern von hausinternen Quellen kann meistens auf das gewünschte, unbedenkliche Mass reduziert werden, oft mit kleinem Aufwand.

Elektrosmogquellen im Niederfrequenzbereich, die ausserhalb des Hauses lokalisiert sind, wie z. B. elektrische Frei- oder Bodenleitungen, Bahnstrom und vagabundierender (Bahn)Strom rund ein Drittel des Bahnstroms vagabundiert, bei nasser Witterung weitaus mehr , müssen bei der Quelle bekämpft werden, da die resultierenden magnetischen Wechselfelder praktisch ungehindert alle Bausubstanzen durchdringen.

Verschiedenste Frequenzen und Frequenzmixturen mit unausgeglichenen und ständig wechselnden Feldstärken sind negative Begleiterscheinungen der Stromversorgung und des Bahnstroms. Vom gesundheitlichen Aspekt aus gesehen ist eine möglichst geringe Belastung mit magnetischen und elektrischen Wechselfeldern anzustreben.

Auch bei den magnetischen  Wechselfeldern gilt: Jedes Feld wirkt nicht nur durch seine Feldstärke, sondern auch durch seine Frequenz auf den Organismus. So kann ein stärkeres Feld mit einer biologisch zuträglicheren Frequenz weniger kritisch wirken als ein relativ schwächeres mit einer biologisch abträglicheren Frequenz. Die offizielle Lehrmeinung geht davon aus, dass ein biologischer Effekt mit der Höhe der Feldstärke und der Höhe der Frequenz zunimmt.

Menschen reagieren unterschiedlich auf unterschiedliche Frequenzen. Man weiss, dass Lebewesen sog. individuelle Frequenzfenster haben, d. h., dass sie auf spezifische Frequenzen unterschiedlich reagieren. Dies trifft für magnetische und für elektrische Wechselfelder sowie für elektromagnetische Wellen zu.

Körper in magnetischen Wechselfeldern werden ungehindert durchströmt. Magnetische Wechselfelder induzieren im Organismus unnatürliche Spannungen und Wirbelströme. Viele andere biologische Effekte von Hormonstörungen bis Krebs werden bestätigt, diskutiert und erforscht.

Zahlreiche Untersuchungen beschreiben den Zusammenhang mit degenerativen Prozessen, Krebs, Kinderleukämie, DNA-Brüchen, neurologischen Störungen, Verhaltensauffälligkeiten, Depressionen und anderen Krankheiten im Einfluss magnetischer Wechselfelder und dies ab 20 % des heute geltenden Schweizer Grenzwertes für Wohnbereiche (sog. Orte mit empfindlicher Nutzung).

Die Leukämieanfälligkeit bei Kindern in Häusern in der Nähe von Hochspannungsleitungen ist nach schwedischen und amerikanischen Studien signifikant erhöht. Wirkungen auf Hormonabläufe sind bekannt. Zusammenhänge mit Selbstmord entdeckt. Forscher fanden bei Menschen, die in der Nähe von Hochspannungsleitungen leben Erhöhungen des Hämatokritwertes und des Partialdruckes des Blutes, vegetative Dystonie und andere Stresserscheinungen, Verhaltensstörungen und Reaktionsverzögerung, Immunschwäche und Veränderungen der Pulsfrequenz, Migräne und Allergien, Herz- und Kreislaufstörungen, Hyperaktivität und Gedächtnisschwund, Schlaf- und Sehstörungen, Alzheimer und grauen Star, beschleunigtes Krebszellenwachstum, neurologische Wirkungen wie Zittern, Schwindel und Benommenheit, Muskelschmerzen und -krämpfe, Herzjagen, Atemnot, Übelkeit u.a.m. Häufig wurden Wechselwirkungen mit Amalgamfüllungen beobachtet. Schwermetalle inkl. Quecksilber diffundieren im Einfluss von elektrisch erzeugten Magnetfeldern stärker in den Körper. Zudem ist die Entgiftungswirkung des Körpers unter dem Einfluss der Felder gehemmt.

Bekannt ist auch, dass magnetische Wechselfelder mit der bahntypischen Frequenz von 16.7 Hz den Membranstoffwechsel in der menschlichen Zelle durch Ionenverschiebungen verändern und dass bei Menschen in solchen Feldern Bluthochdruck, Blutdruckschwankung und andere Probleme auftreten können.

Weitere Informationen betreffend die Problematik von elektrischen- und magnetischen Wechselfeldern finden Sie unter 'Schädliche Wirkungen niederfrequenter elektrischer und magnetischer Wechselfelder'.  


3.  Elektromagnetische Wellen
(Hochfrequenz)

Elektromagnetische Wellen werden drahtlos durch die Luft übertragen. Sie entstehen durch Radio- und Fernsehsender, verschiedene Mobilfunknetze, Daten- und Richtfunk, Funkrufdienste, Bündelfunk, Amateur-, Bahn-, Post-, Feuerwehr-, Polizei-, Militär-, Taxi- und Industrie-Funk, Zivil- und Militärradar, Satelliten, schnurlose Telefone, Mikrowellenherde u.a.m.

Viele Menschen benutzen in ihren Wohnungen und Häusern ahnungslos schnurlose Haustelefone, die dauernd mit gepulster Hochfrequenz strahlen, ob telefoniert wird oder nicht.

Die Strahlungsstärke auch Strahlungsdichte genannt der Funkwellen wird in W/m2 (Watt pro Quadratmeter) bzw. in μW/m2 (Mikrowatt pro m2) gemessen; die Feldstärke in V/m (Volt pro Meter). Sie kann in Strahlungsdichte umgerechnet werden.

Die Strahlungsstärke der Funkwellen ist abhängig von der Leistung, der Art, dem Aufbau und der Ausrichtung des Senders, dem Abstand zum Verursacher, den Reflexionen der Strahlung in der näheren Umgebung, der Art, dem Aufbau und den Abschirmeigenschaften des betreffenden Gebäudes u.a.m.

Zahlreiche wissenschaftliche Studien weltweit beweisen und viele Erfahrungen belegen, dass gepulste Hochfrequenzstrahlung, wie sie der Mobilfunk verwendet, gesundheitlich schädlich ist. Mobilfunk stört die Zellkommunikation, die Hormonabläufe, die Hirnströme, den Stoffwechsel, das Immun- und Nervensystem, bewirkt Zelltod, gentoxische Effekte, Chromosomen- und DNA-Brüche, Unfruchtbarkeit, Beschleunigung des Zell- und Tumorwachstums, Leukämie, Hirntumore und andere Krebsarten, Öffnung der Blut-Hirn-Schranke, Herz- und Kreislaufbeschwerden, Migräne und andere Schmerzen, Suizidtendenz, Depressivität, Agressivität, Nervosität, Hyperaktivität, chronische Müdigkeit, Allergien, Schlafstörungen, Tinitus, Demenz, Alzheimer, Autismus u.a.m.

Besonders störend ist u. a., dass bereits kleine Dosen der gepulsten Hochfrequenz die Blut-Hirnschranke öffnen und somit Giften und körperfremden Stoffen ermöglichen, ins Gehirn einzudringen und es zu schädigen.

Da es sich beim Mobilfunk um eine permanente Belastung handelt, kann sich der Körper nicht erholen. Chronische Krankheiten sind vorprogrammiert.

Gegen die Belastung von hausgemachter Hochfrequenz kann vorgegangen werden. Stammt die Hochfrequenzbelastung von aussen (z. B. vom Mobilfunk), gibt es Abschirmungsalternativen, die allerdings z. T. aufwändig sind.

Weitere Informationen betreffend die Problematik von elektromagnetischen Wellen finden Sie unter 'Schädigende Wirkungen von Mobilfunk sowie von schnurlosen Haustelefonen – Eine Zusammenstellung von Fakten'.  

 

4.  Elektrische Gleichfelder (Elektrostatik)

Elektrische Gleichfelder entstehen durch elektrische Gleichspannung z. B. an Kunststoffoberflächen, beschichteten Möbeln, Lacken, Synthetikfasern, Teppichen, Tapeten, Gardinen, Bildschirmen u.a.m. Es wird auch von elektrostatischen Ladungen oder kurz von Elektrostatik gesprochen.

Die Spannung der elektrostatisch geladenen Oberfläche wird in V (Volt) angegeben. Die daraus resultierende Feldstärke der Gleichfelder im Raum, auch Luftelektrizität genannt, wird in V/m (Volt pro Meter) gemessen.

Die elektrostatische Feldstärke ist abhängig von der Höhe der Oberflächenspannung des aufgeladenen Materials, der Leitfähigkeit und Art der Materialien, der Beschaffenheit der Umgebung, der Leitfähigkeit der Baumasse und der Luft (Feuchte), der Anzahl der Luftionen und Staubpartikel, der Reibung, der Luftbewegung, dem Abstand zur Feldquelle u.a.m.

Das Raumklima wird durch Elektrostatik verschlechtert, Staub angezogen und die Luftionisation gestört bzw. reduziert. Die Luftelektrizität steigt, die Raumluft lädt sich auf.

Im Organismus provoziert Elektrostatik elektrische Ladungsumverteilungen, Ströme und Spannungsabfälle. Der Körper wird unter Spannung gesetzt und entlädt sich an geerdeten Teilen schockartig. Ein Mensch spürt Entladungen seines Körpers erst ab ca. 2000 bis 5000 V.

Eine Gleichspannung von 2.8 V bei einer Stromstärke von 50 µA machen Spermien bewegungsunfähig; was ziehen einwirkende 1000 V von Laminatböden nach sich? 4 V/m Feldstärke bringen Haimuskeln ausser Kontrolle; was mögen 5000 V/m über dem Synthetikteppich anrichten? Menschliche Zellen funktionieren mit 10 - 50 µV. Klar, dass eine Entladung vom Treppengeländer in die Fingerspitzen mit 3000 V - rund 100 Millionen mal mehr - als unangenehm empfunden wird.


5.  Magnetische Gleichfelder (Magnetostatik)

Magnetostatik ist die Folge des natürlichen Erdmagnetfeldes, von künstlich magnetisiertem Metall oder von Gleichstrom.

Das bekannteste magnetische Gleichfeld ist das Magnetfeld der Erde. Es ist frequenzlos, also statisch und hat an einem Ort eine ausgeglichene, gleich bleibende Feldstärke. Das Erdmagnetfeld ist für das Leben unerlässlich und gesund. Das ungestörte Magnetfeld unserer Erde ist ein wichtiger Ordnungs- und Orientierungsfaktor für alles Leben. Das Erdmagnetfeld hat nichts zu tun mit den künstlich erzeugten Wechselmagnetfeldern der Elektrotechnik, die schädlich sind. Es ist wichtig, dass das natürliche Erdmagnetfeld im Schlafbereich nicht gestört wird. Deshalb sind im nahen Bettumfeld keine technischen Magnetfelder zu dulden.

Statische, technische Magnetfelder entstehen u. a. durch magnetisierte Metalle wie Stahl und verzerren das natürliche Erdmagnetfeld. Da die Felder frequenzlos sind, spricht man von Magnetostatik. Technisch erzeugte Magnetfelder durchströmen Körper ungehindert. Sie wirken depolarisierend auf Zellen und erzeugen im Organismus elektrische Spannungen. Je heftiger und punktueller ein Magnetfeld auf den Körper einwirkt, umso kritischer. Je zahlreicher kleinflächige Magnetfelder einen Körper erreichen, umso bedenklicher. Raumklimatische Folgen, wie sie bei den elektrischen Feldern auftreten, sind nicht bekannt. 

Die Feldstärke der magnetischen Gleichfelder wird in A/m (Ampere pro Meter) gemessen, die Flussdichte in T (Tesla). In der Baubiologie wird bevorzugt die Masseinheit μT (Mikrotesla) verwendet. Da man stärkere magnetische Gleichfelder auch mit dem Kompass nachweisen kann, gilt zusätzlich die Masseinheit der Kompassnadel-Abweichung in ° (Grad). Jede sichtbare Kompassnadel-Abweichung ist ein klarer Hinweis auf das Vorliegen technischer Magnetfelder in der näheren Umgebung. Die Kompassnadel richtet sich nach den horizontalen Feldlinien aus. Professionelle 3D-Magnetometer sind viel empfindlicher und messen alle Richtungen der magnetischen Gleichfelder gleichzeitig.

Gleichstrom verursacht auch magnetische Gleichfelder. Trams fahren mit Gleichstrom. Die Gleichströme von Strassenbahnen fliessen auch als vagabundierende Ströme über das Erdreich sowie über Rohre und Leitungen und verursachen unerwartet starke Felder. Auch bei Photovoltaikanlagen fliesst u. a. Gleichstrom.

Die Feldstärke bzw. Flussdichte der magnetischen Gleichfelder an einem Ort ist abhängig von der Stärke des Gleichstroms in Leitungen oder Geräten, von der Stärke des Magnetfeldes magnetisierbarer Metalle, von der Verarbeitung magnetisierbarer Metalle sowie vom Abstand zur Feldquelle.

 

6.  Geologische Störungen

Geologische Störungen sind Zonen veränderter Erdaktivitäten. Die Flussdichte des Erdmagnetfeldes nimmt in Störzonen zu oder ab. Auch Werte der Radioaktivität sind dort verändert.

Der Begriff 'Geologische Störung' ist wissenschaftlich definiert als eine Zone im Dezimeter- bis Meterbereich, in der die normalen Gegebenheiten des geologischen Untergrundes durch aufeinander stossende Gesteinsschichten aufgehoben werden. Z. B. entstehen durch Dehnung, Pressung und Zerreibung des Gesteins Spalten, Hohlräume, Verwerfungen und Schwächezonen, die für die Zirkulation von Wasser und Gasen prädestiniert sind. Die Wissenschaft kennt Verwerfungen, Quellen, Wasserführungen – umgangssprachlich Wasseradern genannt , Auf- und Unterschiebungen, Schichtfugen, Füllungen, Blattverschiebungen, Gräben, Schüttungen, Lagerstätten, Ölvorkommen, Höhlen, Stollen, Bodenschätze.

Magnetometer-Abweichungen als Folge geologischer Störzonen spielen sich hauptsächlich im Bereich weniger hundert Nanotesla (nT) ab. Magnetometer-Abweichungen durch technische Magnetfelder, verursacht z. B. durch Stahl, sind viel stärker und können Werte von einigen 1000 bis 100000 nT erreichen. Geologische Abnormitäten sind also weitaus geringer als technische Magnetfelder von z. B. Federkernmatratzen, Stahlelementen und Baumasse. Nur in wenigen Fällen gelingt es, den Sanierungseffekt mit einiger Sicherheit auf geologische Reize zu beziehen. Mit jeder Platzveränderung der Schlafstelle verändert man eine Anzahl verschiedener standortabhängiger Umwelteinflüsse durch Felder, Wellen, Strahlen, Schadstoffe und Störungen. Es wäre zu einfach, den Erfolg eines Schlafplatzwechsels auf eine geologische Störung zu beziehen, sofern die zahlreichen andern Umwelteinflüsse nicht exakt erfasst wurden und ausgeschlossen werden konnten (elektrische Wechselfelder, magnetische Wechselfelder, elektromagnetische Wellen, Elektrostatik, Magnetostatik, Radon, Radioaktivität sowie toxische Einflüsse). Wichtig ist, dass der Schlafbereich ein möglichst gleichmässiges, natürliches Magnetfeld aufweist, das nicht von technischen Magnetfeldern verzerrt wird.

Geologische Untersuchungen sind besonders beim unbebauten Grundstück empfehlenswert, um allfällige Störzonen eruieren zu können. 

 

7.  Radon

Radon ist ein natürliches, radioaktives Edelgas, das aus dem Erdreich in Häuser eindringen kann und / oder im Haus selbst durch radioaktive Baustoffe und Einrichtungen entsteht. Baustoffe sollen strahlenarm sein. Alle radioaktiv auffälligen Baustoffe sind ein mögliches Radon-Risiko. Dies gilt auch für natürliche Steine wie Bims, Granit oder Lehm. Chemiegips kann auch problematisch sein. Schlackenstoffe, Schüttungen und Aschen, als Isolation in älteren Böden und Decken verwendet, ebenfalls.

Radon geht keine chemischen Verbindungen ein und ist farb-, geruch- sowie geschmacklos. Das Edelgas sammelt sich unter dem Haus und dringt durch verschiedene Schwachstellen ein: durch Risse im Mauerwerk und in der Bodenplatte, durch Kabelkanäle und Rohrführungen, durch Lüftungs- und Lichtschächte, Kamine und Zwischenböden. Radon durchdringt sogar poröse Hohlbocksteine und andere Baustoffe mit Leichtigkeit. Einzig Beton kann Radon nicht durchdringen. Gefährlich sind neben dem Gas auch die Radonfolgeprodukte, welche sich in der Raumluft, z. B. über kontaminierte Staubpartikel, verbreiten.

Es gibt starke lokale Schwankungen der Radonstrahlung aus dem Erdreich. Sie sind abhängig von den geologischen Gegebenheiten der Umgebung sowie der Durchlässigkeit und dem Wassergehalt des Bodens. Verwerfungen und Risse geben Gas frei, gefrorener Boden nicht; feuchter Boden viel weniger als trockener. Regen und Schnee waschen Radon in der Luft aus.

Beim Zerfall von Radon entstehen eine Reihe kurzlebiger radioaktiver Teilchen, die starke Alpha-, Beta- und Gammastrahler sind. Das Deutsche Bundesamt für Strahlenschutz weist darauf hin, dass über 50 % der natürlichen Strahlenbelastung vom Radon und seinen Zerfallsprodukten verursacht wird.

Gelangen Radon bzw. dessen Zerfallsprodukte in die Atemluft, kann es sich unmittelbar im Körper in Bronchien und Lungen ablagern und von innen heraus strahlen. Dies ist biologisch kritischer zu bewerten als radioaktive Gammastrahlung, die von aussen auf den Organismus einwirkt. Radon gilt in den USA als eines der gefährlichsten Umweltgifte überhaupt. Es wird neben dem Rauchen als der Hauptverursacher von Lungenkrebs sowie von andern Atemwegs-Krebsarten (Bronchien) eingestuft. Auch in der Schweiz ist Radon ein Problem. Wissenschafter und Ämter schätzen, dass in Deutschland jährlich 3000 bis 10000 Menschen an Lungenkrebs durch Radongas und seine Folgeprodukte sterben.

Radon wird bei baubiologischen Untersuchungen in Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m3) ermittelt.

 

8.  Radioaktivität

Radioaktivität ist ein natürliches Phänomen. Die Erde strahlt, der Kosmos auch. Ebenso kann Radioaktivität aus der Luft, dem Wasser, der Nahrung, aus medizinischen Anwendungen sowie der Industrie, aus Geräten und verschiedenen Baustoffen stammen. Letztere stehen bei baubiologischen Untersuchungen im Mittelpunkt.

Radioaktive Strahler im Haus können z. B. sein: Bausteine, Fliesen, Putze, Gipsplatten, Natursteine wie z. B. Granit, aber auch Klinker, Urangestein als Souvenir, diverse Mineralien und Steine, alte Wecker und Uhren mit Leuchtziffern, Jugendstillampen mit radioaktiver Glasur, Vasen, Keramikplastiken und Kunstwerke, glasierte Aschenbecher, Kacheln, Ikonenrelief, Schiffskompass u.a.m. Diese und ähnliche Produkte können zigmal mehr Strahlung haben als die Dosis, die in Deutschland nach der Katastrophe von Tschernobyl gemessen wurde. Bims-, Hütten- oder Schlacksteine, Chemiegips, viele Industrieprodukte (sprich Industrieabfälle), Aschen, Schüttungen, Baslat und bestimmte Tuffmaterialien sind prinzipiell zu prüfen, da die Möglichkeit deutlich erhöhter radioaktiver Strahlung gegeben ist.

Natürliche Radioaktivität setzt sich zusammen aus verschiedenen Elementen wie z. B. Radium, Kalium, Uran und Thorium  und aus diversen Strahlenarten wie Alpha-, Beta, Gamma- und Neutronenstrahlung.

Alpha-Strahlen sind positiv geladene Heliumkerne, die beim radioaktiven Zerfall mit 15000 km pro Stunde ausgesandt werden. Alpha-Strahlung ist bereits mit einem Blatt Papier abschirmbar. Sie ist meist dann ein Gesundheitsrisiko, wenn sie die Schleimhäute erreicht, mit der Nahrung aufgenommen oder per Staub eingeatmet wird. Alpha-Strahlung hat eine Reichweite von wenigen Zentimetern und dringt nur Bruchteile von Millimetern in Haut und Gewebe ein. Bei dieser Teilchenstrahlung wir eine 20-fach stärkere biologische Wirksamkeit als bei Beta- und Gammastrahlung angesetzt.

Beta-Strahlen sind negativ geladene Elektronen, die fast mit Lichtgeschwindigkeit aus zerfallenen Atomkernen austreten. Beta-Strahlung ist, je nach Energie, mit Plexiglas oder Blechen von 1 mm bis 1 cm Dicke abschirmbar. Beta-Strahlung hat in der Luft eine maximale Reichweite von wenigen Metern und dringt wenige Zentimeter tief in Gewebe ein.

Gamma-Strahlen sind elektromagnetische Strahlen, wie auch Licht und Mikrowellen, nur mit kürzeren, energiereicheren Wellen. Gamma-Strahlung ist je nach Energie einzig mit milli- bis zentimeterdickem Blei, massivem Material und dickem Beton reduzierbar. Gamma-Strahlung hat in der Luft eine Reichweite von einigen hundert Metern und dringt in Gewebe bis zu 25 cm tief ein.

Röntgen-Strahlen sind, ebenfalls wie Gamma-Strahlen, elektromagnetische Strahlen, nur etwas langwelliger und weicher. Diese Strahlen sind mit Bleiblechen und -folien abschirmbar. Röntgen-Strahlung hat ungebremst in Luft eine Reichweite von über hundert Metern und durchdringt Gewebe. Das biologische Risiko dürfte der Gammastrahlung ähnlich sein.

Neutronen-Strahlen sind ungeladene Elementarteilchen. Sie werden bei Kernspaltung mit 10000 km pro Sekunde ausgesandt. Hochenergetische Neutronen-Strahlung (schnelle Neutronen) ist kaum abschirmbar, durchdringt Materie ungehindert. Sie lässt sich von einigen Materialien wie Wasser und Graphit lediglich abbremsen, woraus gebremste Neutronen-Strahlung entsteht (langsame Neutronen). Neutronen haben eine Reichweite von vielen Kilometern. Das Risiko der Neutronen-Strahlen ist hoch, höher als bei allen andern radioaktiven Strahlen.

In der Baubiologie haben wir es hauptsächlich mit Gammastrahlung zu tun, manchmal mit Alpha- und Betastrahlung.  Es werden hauptsächlich vergleichende Messungen durchgeführt, d. h., es wird die Relation zwischen der natürlichen radioaktiven Umgebung und der Strahlung im Haus ermittelt und in Prozenten ausgedrückt. Dabei geht es um die radioaktive Dosis, die den Menschen erreicht.

Aktivität nennt man das, was ein Strahler, z. B. ein Hüttenstein, abgibt. Dosis ist das, was an einem Objekt, sagen wir am Menschen, an Strahlung ankommt, also wie stark er bestrahlt wird. Von Kontamination spricht man, wenn ein Objekt durch Radioaktivität verunreinigt und somit selbst zum Strahler wird. Dies passiert oft bei Staub.

Man spricht bei Radioaktivität von sog. ionisierender Strahlung, weil diese Strahlung äusserst energiereich und durchdringend ist, so dass Körpermoleküle ionisiert , d. h.  verändert werden können. Deshalb können schon kleinste Dosen von Radioaktivität Mutationen wie Krebs auslösen. Radioaktivität ist krebserregend, erbgutverändernd und zellschädigend. Die Summe aller radioaktiven Belastungen soll deshalb so gering wie nur möglich gehalten werden. Kurze, höhere Intensitäten werden vom Körper besser kompensiert als langfristige und schwächere Strahlendosen.

Die natürliche Strahlung besteht hauptsächlich aus immaterieller Strahlung, die von aussen auf den Körper trifft und zum grossen Teil nicht durch die Haut dringt. Aus Kernkraftwerken entwichene Radioaktivität hat auf den Menschen prinzipiell eine ganz andere Wirkung, denn sie ist nicht immateriell. Sie besteht aus radioaktiven Atomen, der strahlenden Materie selber. Sie dringt in den Körper ein und strahlt dann von innen.

Fast alle Strahlenmessgeräte zählen die radioaktiven Zerfälle in einer definierten Zeit, zumeist in einer Sekunde. Das Messergebnis wird in die Äquivalentdosis oder andere Einheiten umgerechnet. Die Äquivalentdosis ist das Mass für die Wirkung radioaktiver Strahlung auf Lebewesen. Die Masseinheit ist Sievert (Sv), in der Baubiologie bevorzugt Nanosievert (nSv). Die alte Masseinheit war Rem, hier speziell Millirem (1 Sv sind 100 Rem). Bezieht man die Dosis auf eine Zeiteinheit, so spricht man von der Äquivalentdosisleistung. Die Masseinheit heisst dann Nanosievert pro Stunde (nSv/h).

Zur Messung der Radioaktivität gibt es geeignete Geigerzähler mit verschiedenen empfindlichen Geiger-Müller-Zählrohren, Kontaminationsmonitore, Dosisleistungsmessgeräte oder Szintillationszähler. Jedes Gerät empfängt nur ein definiertes Spektrum radioaktiver Strahlung und reagiert bevorzugt auf spezielle Atomarten. Ein einziges Messgerät kann niemals alles.

Übrigens ist Fliegen in grossen Höhen, wie dies bei Verkehrsflugzeugen der Fall ist, ungesund. Die Fliegenden sind einem Trommelfeuer von radioaktiven Teilchen aus Protonen, Heliumkernen, schnellen Atomkernen, Neutronen und Röntgenstrahlen ausgesetzt. Auf der Erde kommt nur ein Bruchteil dieser Höhenstrahlung an, weil die Atmosphäre und das Erdmagnetfeld sie wie ein Schirm abhalten. Ein einziger Flug nach Amerika und zurück belastet die fliegende Person mehr als es in Deutschland die erste hohe Jahresdosis nach Tschernobyl getan hat. Flugärztliche Dienste raten ab, dass Schwangere fliegen. Forscher der Universität Münster errechneten, dass Flugbedienstete fünfmal stärker bestrahlt werden als Arbeiter in Kernkraftwerken. Die Dosis entspricht 150 bis 300 Thorax-Röntgenaufnahmen pro Jahr.

Tabak ist auch radioaktiv. Ein Päckchen Zigaretten an einem Tag konsumiert und der Grenzwert von 1 mSV für das ganze Jahr ist bereits überschritten. Ein starker Raucher konsumiert 20 - 40 Zigaretten täglich und verpasst seinen Bronchien somit pro Jahr etwa die gleiche Strahlenmenge, die bei 250 Röntgenaufnahmen der Lunge entstehen würde. Passivraucher sind auch gefährdet, da die meiste Radioaktivität in den Rauch und die Asche geht.



II.  Grenzwerte

1.  Allgemeines

Grenzwerte haben es an sich, dass sie im Laufe der Jahre in die Tiefe purzeln. Das war beim Röntgen so, bei Formaldehyd, bei Asbest, bei Nitrat, bei Holzschutzmitteln und bei Autoabgasen, um nur einige wenige Beispiele zu nennen. Die Bevölkerung ist es leid, sich immer wieder erneut für dumm verkaufen zu lassen und den Kürzeren zu ziehen im makaberen Kampf 'Wirtschaftswachstum gegen Volksgesundheit'. Eigeninitiative ist deshalb leider notwendig.

So haben z. B. die geltenden Elektrosmog-Grenzwerte nichts mit gesundheitlicher Vorsorge zu tun. Sogar die WHO machte 1999 klar: "Keine Normungsbehörde hat Grenzwerte mit dem Ziel erlassen, vor langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen, wie einem möglichen Krebsrisiko, zu schützen."

Die baubiologischen Richtwerte sind Vorsorgewerte. Sie beziehen sich auf Schlafbereiche, das damit verbundene Langzeitrisiko und die empfindliche Regenerationszeit des Menschen. Sie sind die Folge tausendfacher, jahrelanger Erfahrung.

Die baubiologischen Richtwerte (SBM-2008) finden Sie zusammengestellt unter www.baubiologie.de/downloads/wug/richtwerte_2008.pdf . Sie wurden von der Baubiologie Maes in Zusammenarbeit mit Ärzten und Wissenschaftern entwickelt.


2.  Warum Grenzwerte keine Vorsorgewerte sind - Betrachtungen am Beispiel Mobilfunk

Politik und Behörden sollten sich einer Wissenschaft verpflichtet fühlen, die dem Menschen dient, nicht schadet. Zahlreiche Wissenschafter sind sich im Klaren: Der Anspruch der Wissenschaftlichkeit darf niemals bedeuten, dass die Alltagserfahrungen Betroffener oder die Beobachtungen von praktizierenden Ärzten wertlos sind, nur weil ihnen keine sog. klassische Vorgehensweise zugrunde lag. Selbst der Bundesgerichtshof (D) weist darauf hin: "Die Wissenschaftsklausel ist unwirksam und verstösst gegen § 9 AGBG. Das heisst, die von der Funktechnik ausgehende Gefahr muss nicht erst durch umfassende wissenschaftliche Forschung bewiesen werden. Es reichen die in der Praxis und im Alltag gemachten Erfahrungen, um daraus schliessen zu können, dass eine Technologie eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt."

Der Münchner Arzt und Toxikologe Dr. Max Daunderer bringt es in seinem wissenschaftlich-medizinischen 'Handbuch der Umweltgifte' zum Thema Mobilfunk und DECT-Schnurlostelefone auf den Punkt: "Die Verantwortlichkeit wird aus reiner Profitgier ignoriert. Die Schutzbehauptung, eine Schädlichkeit sei nicht erwiesen, ist schlichtweg falsch und sogar absurd. Die Einzelwirkungen sind von renommierten Wissenschaftern erforscht, und sie sind reproduzierbar. Epidemiologische Studien sind ausreichend statistisch abgesichert. Die berichteten Schadenfälle sind absolut zahlreich. Die Aussagekraft der Dokumente ist erdrückend. Erstaunlich ist, dass die Befürworter der Mobilfunktechnik nur eine gleich lautende, wenig aussagefähige Standardargumentation vorzuweisen haben. Die Argumentation der Kritiker hingegen ist sachlich und fachlich versiert und schliesst eine Vielzahl von Begründungen und Beweisführungen ein. Diese führen im Gesamtbild zu einer glaubwürdigen Darstellung."

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) verlangt eine sog. streng wissenschaftliche Beweisführung, leider nur für die Studien, die die Schädlichkeit des Mobilfunks aufdecken. Für die ICNIRP-Richtlinen, auf die sich die Grenzwerte stützen, trifft diese Beweisführung nicht zu: Den ICNIRP-Referenzwerten liegen u. a. folgende, wissenschaftlich nicht bewiesene Annahmen zugrunde:

Das Kurzzeitexpositionsprinzip: Nur Kurzzeiteffekte werden als relevant angesehen. Langzeiteffekte sind nicht gesichert und können gemäss diesem Ansatz nur auftreten, wenn es auch Kurzzeiteffekte gibt.

Das Additivitätsprinzip: Bei gleichzeitiger Exposition gegenüber mehreren hochfrequenten elektromagnetischen Feldern ist die Wirkung gleich der Summe der Wirkungen der einzelnen Komponenten.

Diese Annahmen (und weitere) sind, wie bereits erwähnt, wissenschaftlich nicht bewiesen. Trotzdem werden die ICNIRP-Werte für die Gesetzgebung verwendet. Warum misst das BAFU mit ungleichen Ellen?

Kommt dazu, dass die ICNIRP-Kommission nur ein privater Verein ist, bei dem die Industrie das Sagen hat. Dieser Verein hält am falschen  Wirkungs-Modell fest, dass Mobilfunk einzig thermische Effekte erzeuge. Alle andern bewiesenen biologischen Wirkungen werden ignoriert.  Dass sich das BAFU auf solch gezinkte Grenzwerte abstützt, ist verantwortungslos!

Die Kriterien des BAFU für die Bewertung von Studien sind für schädliche Immissionen, wie sie der Mobilfunk darstellt, ungeeignet, weil dieses Vorgehen diametral im Widerspruch zum Vorsorgeprinzip steht. Vorsorge ist bei der Verwendung dieses Ansatzes unmöglich. Solche Beweisführungen kommen immer zu spät, wenn der Schaden bereits angerichtet ist, wenn Menschen und Tiere bereits krank, geschädigt und tot sind.

Im Verzeichnis des BUWAL-Berichtes 'Hochfrequente Strahlung und Gesundheit' finden sich wenige Namen von Verfassern von Studien, die die Schädlichkeit von Mobilfunk bewiesen haben, die im Buch 'Stress durch Strom und Strahlung', von Wolfgang Maes, vermerkt sind, der überaus viele Studienergebnisse weltweit zusammengetragen hat. Zudem wurden Studien, die mit Tieren und / oder Zellkulturen gemacht wurden, in der  BUWAL-Untersuchung nicht erfasst.

Der Autor, Herr Dr. Röösli, vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin (ISPM) der Universität Basel sass  im Konsortium der sog. Replikation der TNO-Studie, einer unsinnigen, weil völlig realitätsfremden Untersuchung, die der Mobilfunkbelastung, der wir im täglichen Leben ausgesetzt sind, in keiner Art und Weise gerecht wird. Detailliertere Angaben dazu sind unter www.gigaherz.ch/1065 ersichtlich. Diese Studie war ein reiner Propagandaversuch der Mobilfunklobby. Ein unabhängiger und seriöser Wissenschafter heisst eine solch realitätsfremde Studie nicht gut. Deshalb ist die vom BAFU genannte Expertenunabhängigkeit von Herrn Dr. Röösli nicht glaubwürdig. Kam dazu, dass es mindestens vier Personen nach der Bestrahlung elend war, was verheimlicht wurde.

Es gibt Hunderte von wissenschaftlichen Arbeiten von Universitäten, Ländern, Behörden, Instituten, die die Schädlichkeit des Mobilfunks beweisen. Einige wenige Ergebnisse zur Illustration: Bei 0.04 V/m treten Schlafstörungen auf (Dr. Neil Cherry, Neuseeland); bei 0.2 V/m wird die Reaktionsfähigkeit reduziert. Zudem gibt es Hormonstörungen, DNA-Brüche, d. h. höhere Raten an Miss- und Fehlgeburten (Dr. Neil Cherry); bei 0.48 V/m nimmt die Krebshäufigkeit zu (Dr. Neil Cherry); bei 0.61 V/m wird die Blut-Hirn-Schranke durchlässig für das Eindringen von Giften und Eiweissverbindungen (Prof. Leif Salford, Lund Universität, Schweden); bei 0.87 V/m geben die Nervenzellen falsche Signale ab (Prof. Peter Semm, Deutschland); bei einer Entfernung bis zu 800 m zum nächsten Mobilfunksender treten irritierende Ohrgeräusche, verbunden mit Kopfdruck und Kopfschmerzen auf (Prof. Dr. Mosgöller, Österreich). Überaus zahlreiche Ergebnisse von Studien, die die Schädlichkeit von Mobilfunk beweisen, sind im Buch 'Stress durch Strom und Strahlung' von Wolfgang Maes zu lesen.

Gegen die vorhandene Fülle von Beweisen, Fakten und Erfahrungen haben Netzbetreiber ebenso wie Hersteller von Mobilfunkgeräten ausser pauschalen, unfundierten und erwiesenermassen falschen Unbedenklichkeitserklärungen nichts vorzuweisen.

Jahrelang wird geforscht, Millionen investiert, unzählige Daten zusammengetragen und man kommt zu eindeutigen Resultaten, oft auf unterschiedlichen Wegen und von verschiedenen Wissenschaftern. Dr. von Klitzing findet z. B. EEG-Effekte im Einfluss der Handystrahlung, die Bundesanstalt für Arbeitsmedizin ebenso ("Kein Zweifel!"), Prof. Ross Adey, die Unis München, Mainz, Frankfurt, Zürich, Marbella und Louisiana ebenso, zehn weitere Institute auch. Wissenschafter aus Lund stellen als Nebenwirkung der mobilen Telefonitis die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke fest. Die Unis Köln und Münster bestätigen dies. Mehrere andere Unis und Forscher ebenfalls. Prof. Varga bestrahlte Hühnereier mit Funkwellen mit der Folge, dass fast alle Kücken tot waren und einige verkrüppelt. Dr. Litowitz, Prof. Youbicier-Simo, der russische Strahlenschutz, die Telekom und Hühnerzüchter, sie alle kommen zum gleichen Ergebnis. Dr. Repacholi findet Krebs bei Mäusen, Prof. Löscher bei Ratten, andere bei Affen, wieder andere bei Menschen, ausgelöst von den Mikrowellen des Mobilfunks. Nachrichten von DNA-Brüchen kommen von Dr. Carlo, Dr. Becker, den Unis Hannover, Berlin, Essen Saarbrücken, New York, Stockholm, Tel Aviv, der US-Behörde FDA, vom Ecolog-Institut, vom Europäischen Parlament, selbst von Nokia. Die WHO bestätigt: Ein Krebsrisiko, verursacht durch die Strahlung des Mobilfunks, könne man nun wirklich "nicht einfach abtun". Dr. Cherry findet nach Auswertung der weltweiten Forschungslandschaft die "Beweislage einfach überwältigend". Ärzte und viele Experten fordern die massive Senkung der zu hohen Grenzwerte.

Die Beweislage der Schädlichkeit von Mobilfunk ist erdrückend und erbracht, von vielen verschiedenen Wissenschaftern, Universitäten und Instituten. Für das BAFU ist dies aber alles nicht wissenschaftlich bewiesen, nicht belastbar, nicht eindeutig. Warum solche Aussagen? Die Studien sind wissenschaftlich, professionell, schlüssig, aussagestark, entsprechen den Tatsachen, stimmen. Die Kücken sind wahrhaft mausetot, jene EEG-Peaks unübersehbar, die Blut-Hirnschranken offen, im Hirn braune Flecken, die DNA gebrochen u.a.m. Dies sind Fakten. Die Forscher, die all dies und noch viel mehr fanden, sind fachlich kompetent, weltweit anerkannt, kommen von renommierten Instituten, Universitäten, Behörden. Wo klemmt's denn? Es klemmt, weil einige verordnungstreue sog. Experten einzig und allein Wärme zu ihrer völlig realitätsfremden theoretischen Berechnungs- und Bewertungsgrundlage gemacht haben, die längstens überholt und unbrauchbar ist. Krebs, Leukämie, Hirntumore, durchlässige Blut-Hirn-Schranken, Zellstörung, Nervenreizung, EEG-Anomalien, Kopfschmerz, Schlafstörung, Neurasthenie haben  mit Thermik nichts zu tun. Hier geht es um ganz andere, nichtthermische Wirkungsmechanismen, eben nicht mit Wärmeentwicklung erklärbare Folgen. Es fällt anscheinend den Behörden und einigen sog. Experten schwer, mit den vielen real vorhandenen, aber nicht auf Hitze basierenden Schädigungen, in dieses antike, verstaubte und feste Gemäuer der Thermik einzudringen. Das thermische Prinzip ist zum Schutz der Gesundheit nicht haltbar. Die Grenzwerte orientieren sich nicht an der Gesundheit. Dr. von Klitzing: "Die thermische Hypothese, auf der die Grenzwerte aufgebaut sind, ist falsch."

Das BAFU fordert für die wissenschaftliche Beweisführung mehrere unabhängige Untersuchungen unter gleichen Bedingungen und ein plausibles Wirkungsmodell. Als bewiesen gilt demnach nur, was intersubjektiv replizierbar und linear-kausal erklärbar ist. Wenn ich zehnmal mit dem Kopf an die Wand renne und kriege zehnmal eine blau angelaufene Beule, dann ist das eine solide beobachtete, gut reproduzierbare Tatsache. Wenn ich dieses Experiment veröffentliche, um solch einer destruktiven Rennerei entgegen zu wirken, bin ich unwissenschaftlich! Nur weil es noch kein anderer vor mir versucht hat. Oder wenn doch, weil die Beulen bei andern Versuchen mit andern Menschen, Altersklassen, Hautfarben und anderem Schwung nicht ganz so blau, sondern etwas andersfarbig wurden. Ausserdem fehlt die schlüssige Erklärung der Wirkung: Warum entsteht sie überhaupt, die Beule und warum gerade so und nicht anders? Warum der Schmerz, warum der Schwindel? Was läuft biologisch detailliert ab? Ohne die Beantwortung dieser Fragen ist die wissenschaftliche Haltbarkeit nicht gegeben, trotz Beule, Schwindel und Schmerz!

Beim Mobilfunk sind die oben aufgeführten schädigenden Wirkungen und noch weitaus mehr bewiesen. Sie treten real ein. Als Ursache wurde zweifelsfrei der Mobilfunk entlarvt. Dies reicht, um zu handeln! Das BAFU kümmert dies nicht. Es will warten, bis über jeden Effekt ein detailliertes Wirkungsmodell vorliegt. Eine solche Wissenschaftsdefinition erhebt sich zum Götzen, mit Auflagen, die sie nie erfüllen kann. Ein solcher Ansatz schadet den Menschen, anstatt zu helfen. Letzteres ist aber das Ziel, das sich Politik und Wissenschaft setzen sollten. Die Erkenntnis des sog. streng wissenschaftlichen Ansatzes kommt, wenn überhaupt, immer zu spät!

Der Schöpfer hat uns Verstand gegeben, um ihn zu unserem Wohl zu gebrauchen und ihn nicht an Stelle eines untauglichen, sog. wissenschaftlichen Ansatzes, auszuschalten. Man weiss, dass Mobilfunk vielfältig schädigt. Eine Tatsache bleibt eine Tatsache, eine Erfahrung eine Erfahrung, auch dann, wenn eine letzte Beweisführung, ohne jegliche Wissenslücke, aussteht. Es reicht aus, wenn man die Ursache der Schädigung kennt, eben den Mobilfunk. Praxis kann wegen fehlender Theorie nicht geleugnet werden. Zudem ist und wird das Wissen der Menschen über komplexe biologische und andere Vorgänge immer bruchstückhaft sein. Die Anforderungen des vom BAFU geforderten Wissenschaftsansatzes können nicht erfüllt werden. Eine Politik der Vorsorge ist mit diesem Ansatz unmöglich.

Wenn Sie ein Kleinkind sehen, dass Putzmittel oder Waschpulver einnehmen will, lassen Sie es gewähren? Nach den Beweisführungs-Vorgaben des BAFU muss man dies wahrscheinlich tun, denn es besteht kein detailliertes Wirkungsmodell, das aufzeigt, wie das Putzmittel oder das Waschpulver im Körper genau wirkt. Das BAFU setzt ein solches Wirkungsmodell aber voraus, um Handeln zu können. Damit wird das Kind unnötig krank oder stirbt sogar. Es reicht aus, dass wir wissen, dass Putzmittel und Waschmittel Schaden anrichten, wenn sie eingenommen werden. Dies genügt, um einzugreifen, um das Kind vor Schaden zu bewahren.

Ausserdem wird die strenge Reproduzierbarkeit verlangt. Das geht nicht, weil jeder Mensch einzigartig ist, mit unterschiedlichen Voraussetzungen, mit unterschiedlichen Einflüssen. Es gibt bei Untersuchungen mit lebenden Individuen nie zwei genau gleiche Bedingungen. Ratte ist nicht Hamster, Hamster nicht Mensch, Frau Müller nicht Frau Meier, Bern nicht Zürich. Zudem ist die Überprüfung eines Forschungsergebnisses nicht reizvoll und wenig originell. Kaum ein Professor ist für diesen Job zu haben. Mit Wiederholungsstudien kann man keine Lorbeeren ernten, keinen Nobelpreis gewinnen. Auch wird eine solche Arbeit weniger gut bezahlt, wenn überhaupt und kommt kaum in der Presse.

Kommt dazu, dass viele ernüchternde Studien, gerade auch auf dem Gebiet des Mobilfunks, unter dem Deckel gehalten werden, da ein Grossteil der Forschungsgelder von der Industrie kommt. Diese hat an der Vergabe von Studien ein gewichtiges Wort mitzureden und kein Interesse an teuren Ergebnissen zu ihrem Schaden. Passt dem Auftraggeber (Industrie) ein Studienergebnis nicht, wird dieses oft zurückbehalten oder nur abgeschwächt und teilweise veröffentlicht. Repacholis Mäusestudie wurde von den Geldgebern zwei Jahre zurückbehalten, und dies in der Blüte des Mobilfunkaufbaus und der höchsten Handyverkaufszahlen! Dr. von Klitzing im Juli 2003: "Man ist auf Forschungsgelder angewiesen, und die Auftraggeber sagen, was man zu untersuchen hat. Nach einem Jahr muss ein Zwischenbericht abgegeben werden, und wenn der den Erwartungen nicht entspricht, ist das Geld weg. Das ist inzwischen an allen Universitäten so. Es müsste der umgekehrte Weg sein, wie früher: Zuerst war das wissenschaftliche Interesse da, und dann hat man sich um einen Geldgeber bemüht. Heute ist es fast immer umgekehrt. Die ganz seriöse unabhängige Forschung gibt es kaum noch und scheint auch häufig gar nicht erwünscht zu sein." Dr. von Klitzing zu Studien, die nicht zum Resultat geführt haben, das sich die Geldgeber erhofften: "Die Ergebnisse wurden und werden in solchen Fällen oft verschleiert. Bei der bayerischen Rinderstudie ist die Vorgehensweise der politisch Verantwortlichen schon beängstigend: Die Originalversion, der ursprüngliche Bericht, ist für den Normalbürger gar nicht mehr zu haben. In diesem steht etwas völlig anderes als in der verkürzten Version, die daraufhin vom Bayerischen Umweltministerium herausgegeben wurde. Die an der Studie beteiligten Wissenschafter wurden bewusst falsch zitiert. So ein Hinbiegen von Ergebnissen seitens der Politik ist wissenschaftlich nicht zulässig."

Wenn es um die Vermarktung milliardenschwerer Technologien geht, werden Kranke und Tote in Kauf genommen. Das war in der Vergangenheit so, heute auch, auch beim Elektrosmog. Im Laufe der massiven Entwicklung der Chemie in den vergangenen Jahrzehnten kamen von der Industrie mit politischer Rückendeckung über 100000 Einzelsubstanzen auf den Markt. Jährlich kommen einige Tausend neue Stoffe dazu, über deren Risiken so gut wie nichts bekannt ist. Dennoch ist dieses Vorgehen erlaubt, so lange, bis sich gesundheitlicher Schaden zeigt, längst überfällige Forschung eingeleitet wird und der schlüssige wissenschaftliche Beweis vorliegt, wenn überhaupt. Bis dahin muss man sich selbst schützen. So kann bis zum Nimmerleinstag alles für unwissenschaftlich erklärt werden.

Dieser Irrweg sollte von den Behörden endlich verlassen werden. Sie haben einen gesetzlichen Auftrag, für das Wohlbefinden der Bevölkerung zu sorgen. Mit der heutigen Praktik tun sie das Gegenteil, sie fügen der Bevölkerung wissentlich erheblichen Schaden zu.

Der Vertrag von Maastricht: Massnahmen sollen immer dann vorsorglich ergriffen werden, wenn hinreichende wissenschaftliche Belege vorliegen, aber nicht unbedingt 100 %ige Beweise. Und die Vereinten Nationen: Sofort handeln, wenn Auswirkungen vermutet werden, auch wenn es  keinen echten Beweis gibt. Beim Mobilfunk haben wir weitaus mehr als Belege und Vermutungen, nämlich bestätigte und bewiesene Fakten. Zudem darf eine allfällige wissenschaftliche Unsicherheit nicht als Vorwand benutzt werden, um Vorsorge zurückzustellen. Das BUWAL dagegen handelt dem Vorsorgeaspekt diametral entgegen.

Sie lehnt sich zu weit aus dem Fenster, die selbsternannte sog. etablierte Wissenschaft, die sich selbst zum Massstab erklärt. Sie kritisiert andere, die etwas vorzuweisen haben, und hat selbst nichts dagegen zu setzen. Sie bleibt den Beweis der Unschädlichkeit schuldig. Ganz unwissenschaftlich geht die etablierte Wissenschaft bei der Anwendung neuer Technologien von einer Unschädlichkeitsvermutung aus. So wird der traditionelle, seriöse Wissenschaftsanspruch missbraucht und für einseitige Profitinteressen,  zu Lasten der Volksgesundheit, eingesetzt.

Immer wieder die alt bekannte, abgedroschene Vorgehensweise: Zuerst die neuen Erfindungen mit freier Fahrt auf den Markt, danach hohe industriefreundliche Grenzwerte, die im Laufe der Zeit in den Keller purzeln, am Ende vielleicht einmal ein Verbot, wenn überhaupt. Aber niedrige Grenzwerte, die wirklich biologischen Schutz bieten, oder ein Verbot kommen erst dann, wenn die Industrie kein Interesse mehr zeigt, es attraktive Ersatzstoffe oder neue Technologien gibt. Und falls der biologische Vorsorgewert dann kommt, viel zu spät, dann ist keiner mehr Schuld, und keiner kann zur Rechenschaft gezogen werden, weil es so lange her und gesetzlich erlaubt war. Hauptsache, das Geld ist im Trockenen!

Folgende historische Begebenheit sollte sich u. a. das BAFU merken, denn es begeht genau den gleichen Fehler wie die damalige sog. etablierte Wissenschaft der Medizin um 1840:

Herr Dr. med. Semmelweis beobachtete im Wiener Allgemeinen Krankenhaus, eine der damals bekannten Universitätskliniken, dass Ärzte vom Sezieren, mit der Unterlassung des nachherigen gründlichen Händewaschens, Krankheitserreger von Leichen auf die Patientinnen der gynäkologischen Abteilung übertrugen. Fast jede sechste Wöchnerin verstarb! Die Ursache dafür sahen die Geburtshelfer in Verstopfung, verspätetem Stillen, Furcht und vergifteter Luft ... Dr. Semmelweis führte die Vorschrift des Händewaschens ein mit dem Resultat, dass die Sterbehäufigkeit ganz rapide sank. Nun verstarb noch jede 84. Patientin. Zudem beobachtete Semmelweis, dass Krankheitserreger auch von kranken Patientinnen via Ärzte und Pflegepersonal zu andern Patientinnen übertragen wurden, die ebenfalls erkrankten. So wurde zudem vorgeschrieben, dass das Medizinalpersonal auch zwischen den Kontakten mit verschiedenen Patientinnen jeweils die Hände gründlich waschen musste. Die Sterbehäufigkeit sank weiter.

Man könnte meinen, Dr. Semmelweis hätte für seine Entdeckungen – der Anfang der Spitalhygiene Lob und Anerkennung geerntet. Weit gefehlt! Er musste gehen! Andere Mediziner und die sog. etablierte Wissenschaft anerkannten die von Semmelweis beobachteten Zusammenhänge nicht. Dabei handelte es sich um exakte Erfahrungen bzw. Statistiken, die einwandfrei bewiesen, dass tödliche Infektionskrankheiten von Leichen auf Menschen und von Mensch zu Mensch übertragen worden waren. Das genügte jedoch der etablierten Medizin nicht! Es fehlte ihr ein sog. Wirkungsmodell, das aufzeigte, wie und warum Krankheiten übertragen wurden. Die Händewaschvorschriften – man kann es kaum glauben – wurden wieder aufgehoben! So dumm kann sog. Wissenschaft sein. Die Patientinnen starben erneut massenhaft. Erst das Wirken von Tyndall, Pasteur, Koch und Lister lieferten endlich, nach unsäglichem, vermeidbarem Leid, den sog. wissenschaftlichen Beweis der Infektionsübertragung. Endlich wurden diesbezügliche Ignoranz, Vorurteile und Besserwisserei besiegt.

Fazit der Geschichte: Dieser wissenschaftliche Ansatz der Beweisführung, den auch das BAFU verfolgt, ist betreffend schädlichen Einwirkungen unbrauchbar und haltlos. Man handelt heute noch arroganter als die damalige sog. etablierte Wissenschaft: Neben vielen Beobachtungs- und Erfahrungswerten werden auch viele wissenschaftliche Studien ignoriert, die die Schädlichkeit von Mobilfunk untermauern.

Im Beobachter 25/2006, S. 10, steht der Artikel "Die erste Antenne ist gefallen". Ein Kalb mit nur einem Auge und defekter Lunge, ein blindes und eines mit schlechten Augen, 31 Kälber mit einem so genannten nuklearen Katarakt, also mit grauem Star, eins mit Blutungen und Husten, eins mit Durchfall und einem zusammengebrochenen Immunsystem, zwei Kühe mit Abszessen und drei mit defektem Immunsystem, Blutungen und Gelenkproblemen, vier Totgeburten und Verendete sowie drei Notschlachtungen in den letzten sieben Jahren im Stall von Bauer Sturzenegger bei Winterthur, seit auf Sturzeneggers Scheunendach eine Mobilfunk-Sendeantenne steht. Nach unzähligen Gutachten wurde die Antenne nun abgebaut. Sämtliche Ursachen wie Vererbung, Infekte oder Vergiftungen konnten ausgeschlossen werden. Und dann sagt Herr Hässig von der Vetsuisse-Fakultät der Uni Zürich: "Insofern ist die Ursache unbekannt." "Auffällig ist einzig, dass das Auftreten der Augenveränderungen mit der Inbetriebnahme der Basisstation zeitlich zusammenfällt." Kommentar überflüssig.

Im Buch 'Stress durch Strom und Strahlung' von W. Maes steht über diesen Fall weiter: "Nachdem dieser 15 Meter hohe Mast im Mai 1999 kam, ist kein einziges gesundes Kalb mehr geboren worden." Und: "Die Kaninchen vermehren sich auf dem Hof nicht mehr, Turmfalken und Schleiereulen brüten erfolglos, und das alles seit dem Mai 1999."

Kennt man das Buch von Maes, kennt man neben diesen Vorkommnissen bei Sturzeneggers weitere Bauernhof-Tragödien, ebenfalls seit Sender in der Nähe standen. Wurden Sender abgeschaltet oder entfernt, gehörten die Tragödien der Vergangenheit an.

Es ist tragisch zu sehen, wie das BAFU bis zum Nimmerleinstag das gesicherte Wissen betreffend die Schädlichkeit des Mobilfunks  für unwissenschaftlich erklärt und nicht gewillt ist, der Realität ins Auge zu sehen und entsprechend zu handeln. Anscheinend darf nicht sein, was nicht sein darf; wegen dem vielen Geld, das in die Staatskasse floss?

Letztlich noch eine Bemerkung zu den immer wieder seitens der Behörden gerne erwähnten besonders tiefen Schweizer Mobilfunkgrenzwerten: Die auf rund 10 % der Immissionsgrenzwerte festgelegten Anlagegrenzwerte sind für die Mobilfunkbetreiber gratis zu haben. Es braucht keine Veränderung an den Sendeantennen in der Schweiz gegenüber den umliegenden Ländern, denn die Gebäudehüllen dämpfen die Mobilfunkstrahlung automatisch auf das gewünschte Mass von 4, 5 oder 6 V/m ab. Falls das ausnahmsweise nicht genügen sollte, kann ein Dämpfungsfaktor durch geringe Änderung der Strahlungsrichtung zu Hilfe genommen werden. Dann stimmt die Rechnung, mindestens auf dem Papier. Weder in Frankreich, Deutschland und Österreich wurden gemäss Gigaherz innerhalb von Wohnungen höhere Werte als die  sog. Schweizer "Vorsorgewerte" gemessen. Doch diese Werte haben leider mit gesundheitlicher Vorsorge nichts zu tun, wie  viele Studien belegen. Weitere Details betreffend Grenzwerte können unter www.gigaherz.ch/429 abgerufen werden.

© 2010 BAUBIOLOGIE HOFMANN

nach oben